Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze - Technik: Ergänzung zur umseitigen Planungshilfe für Campingplätze
und Wohnmobilstellplätze, elektrische Normen, Einrichtungsbestimmungen und Stellplatzplanung

 

 CEE-Steckvorrichtungen für elektrische Anlagen auf Campingplätzen und Reisemobilstellplätzen:

Für die Einrichtung gilt DIN VDE 100 Teil 708:2006/02. Diese Bestimmung gilt für die Stromversorgung der Stellplätze auf Camping- und Reisemobil­stellplätzen und den Anschluss an die entsprechenden Fahrzeuge. Für die Stromversorgung ist für jeden Stellplatz mindestens eine Steckdose mit Schutzkontakt nach EN 60309 vorzusehen. Der Bemessungsstrom der Steckdose muss mindestens 16A betragen. Bei einer Versorgung mit Wechselspannung 230V, 16A muss eine Steckdose 230V. 16A, 2p+E nach EN 60309-2:1999 Normblatt 2-4, eingesetzt werden. Der Speisepunkt (Versorgungssäule) zur Versorgung des Fahrzeuges am Stellplatz darf nicht mehr als 20 m entfernt sein. Die Steckdosen an der Säule müssen in einer Höhe von 0,8 bis 1,5 m sein. Jede Steckdose muss mit einer ihr zugeordneten Überstrom-Schutzeinrichtung (LS) abgesichert sein. Die Steck­dosen sind einzeln durch Fehlstrom-Schutzeinrichtung (Fl) zu schützen, deren Nennfehlstrom nicht mehr als 30 mA betragen darf. Verlängerungs­leitungen müssen mit Kupplungen und Steckern mit Schutzkontakt nach EN 60309-2 ausgerüstet sein. Die Verlängerungsleitung (Kabel) muss der Bauart H07RN-F3 G 2,5 entsprechen und darf maximal 25 m lang sein. 

Die von uns angebotenen Ver-, Entsorgungsanlagen und Stromsäulen entsprechen der obigen Normen

Montageanleitung für Elektrostar® Säulen

Je nach Anschlusswert der Säulen werden folgende Kabel verlegt. In den Säulen sind Klemmsteine installiert die für Einzel- oder Reihenanschluss ausgelegt sind. Bei Einzelanschluss 5 x 4mm2 Kabel, bei Reihenanschluss 5 x 25mm2 Kabel.

 

  Holiday-Clean®, Cleanstar®Kassette, Bodeneinlass, Aquastar, 1) Elektrostar® €6 Niro, 2) Holiday-Cleany® mit Niro Becken und Spritzschutz, 3)Holiday-Cleany® ohne Becken, 4) Bodeneinlass

 


Präambel

Die vorliegende Planungshilfe wurde vom Deutschen Tourismusverband (DTV) in Zusammenarbeit mit dem Caravaning Industrie Verband (CIVD), dem Deutschen Caravan Handels-Verband (DCHV), dem Bundes­verband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) und dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) erstellt. Ihr Ziel soll es sein, kommunalen wie privaten Anbietern verlässliche Empfehlungen zur Anlage und Ausstattung von Wohnmobilstellplätzen außerhalb von Campingplätzen zu liefern. Sie versteht sich als einen vorbereitenden Schritt zu einer einheitlichen gesetzlichen Regelung. Die derzeit gül­tigen Gesetze, Verordnungen und Satzungen sind einzuhalten.

Definition
Wohnmobilstellplätze sind eigens für die spezifischen Anforderungen von Wohnmobilen und ihren Nutzern ausgestattete Übernachtungsplätze, deren Benutzung direkt oder indirekt entgeltpflichtig ist. Die Grenzen für die wirtschaftliche Betätigung von Gemeinden sind dabei zu beachten.

Ausgangssituation
Die Zahl der Wohnmobilfahrer ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Allein in Deutschland gibt es derzeit etwa 500.000 zugelassene Wohnmobile, europaweit sind es über eine Million. Bereits in der Ver­gangenheit haben es etliche Gemeinden, Freizeitparks oder auch Restaurantbesitzer verstanden, von diesem Trend zu profitieren und bislang mehr als 2.000 Stellplätze für diese Gästegruppe eingerichtet. Die Vor­teile liegen dabei auf der Hand: Den Kommunen gelingt es so, zusätzliche Kunden für den lokalen Einzelhandel zu gewinnen. Mancher Ort ist überhaupt erst durch seine betonte „Wohnmobilfreundlichkeit" zu touristischem Profil gelangt. Freizeitparks verzeichnen durch neue Gäste eine höhere Auslastung und auch Restaurants servieren das eine oder andere zusätzliche Menü, wenn sie eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit als Dreingabe offerieren. In jüngster Zeit sehen auch immer mehr private Unternehmer die Chance, mit reinen „Wohnmobilhäfen" wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Doch mit dem Angebot wach­sen auch die Ansprüche der Gäste. So erwarten Wohnmobilfahrer heute von einem Stellplatz weit mehr als nur eine simple Parkfläche. Nur Anlagen, die in Lage und Ausstattung, sowie hinsichtlich ihrer Ver- und Entsorgungseinrichtungen gewissen Standards genügen, werden auf Dauer zufriedene Gäste und ein zufriedenes Umfeld garantieren.

Lage und Anbindung
Die Wahl des richtigen Standortes für einen Wohnmobilstellplatz verlangt einiges Fingerspitzengefühl. Er sollte von den wichtigen Hauptverkehrsstraßen aus bequem zu erreichen sein. Da die Gäste tagsüber oft große Entfernungen am Steuer zurücklegen, sollte die Umgebung des Stellplatzes zumindest nachts ruhig sein. Er sollte sich abseits viel befahrener Straßen und Bahnlinien, sowie nachts arbeitender Industriebetriebe befinden. Einmal am Stellplatz angekommen, schätzen Wohnmobilfahrer kurze Wege zum Ortszentrum oder zu touristischen Anziehungspunkten. Gerade dort, wo eine zentrumsnahe Anlage nicht zu reali­sieren ist, kommt so einer günstigen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr besondere Bedeutung zu. Da zahlreiche Wohnmobilfahrer ihr eigenes Fahrrad im Gepäck haben, wäre ein direkter Anschluss an das örtliche Radwegenetz ideal.

Platzgelände und Stellflächen
Die Fahrwege auf dem Platzgelände müssen über eine ausreichende Breite verfügen und für Fahrzeuge bis zu einer Gesamthöhe von maximal vier Metern passierbar sein. Die Stellflächen sollten eben und mit einer guten Oberflächenentwässerung versehen sein. Die Tragfähigkeit des Untergrunds sollte mindestens für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ausgelegt sein; mit diesem Richtwert deckt man etwa 90 % des aktuellen Bestands an Wohnmobilen ab. Eine einzelne Stellfläche sollte eine Mindestlänge von 10 Metern und eine Mindestbreite von 5 Metern aufweisen. Wenn ausreichend Fläche vorhanden ist, kann auch eine lose Anordnung gewählt werden, wobei dann auf eine eindeutige Beschilderung der einzelnen Stellflächen geachtet werden muss. Auf dem Wohnmobilstellplatz sollten Aushänge über die Über­nachtungspreise, die Benutzung der Ver- und Entsorgungseinrichtungen und Regelungen zur Nachtruhe informieren. Auch Hinweise für Hundehalter oder das Aufstellen von Campingmobiliar sollten hier zu finden sein. Darüber hinaus sollte man dem Gast die Orientierung vor Ort so weit wie möglich erleichtern. Dazu dient der Aushang von Ortsplänen und Fahrplänen des öffentlichen Nahverkehrs sowie Hinweise auf Einkaufsmöglichkeiten oder Restaurants.

Ver- und Entsorgungseinrichtungen Stromanschlüsse
Wohnmobilstellplätze sollten über eine ausreichende Anzahl an Stromanschlüssen verfügen, die der Norm VDE 0100 entsprechen müssen (z.B. Elektrostar®). Geeignete Verlängerungskabel gehören zur Standardausstattung jedes Wohnmobils.

Abwasser / Frischwasser
Grundsätzlich hat man bei der Abwasserentsorgung bzw. Frischwasserversorgung die Wahl zwischen individuellen Anschlüssen an den einzelnen Stellflächen (z.B. Cleanstar®) oder einer einzigen zentralen Station (z.B. Holiday-Clean® oder Holiday-Cleany®). Insbesondere bei individuellen Anschlussmöglichkeiten muss beachtet werden, dass bei Wohnmobilen die entsprechenden Anschlüsse meist im linken Fahrzeugbereich angebracht sind. Für die Abwasserentsorgung muss ein Rohr mit einem Innendurchmesser von 100 Millimetern und einer Steckmuffe zur Verfügung stehen. Der Einlass sollte möglichst ebenerdig angeordnet sein. Das Rohr muss mit Siphon und Kanalbelüftung versehen sein. Der Frischwasseranschluss muss ein %-Zoll-Gewinde aufweisen. Die erforderlichen Ver- und Entsorgungsschläuche oder Adapter werden auch hier in aller Regel im Wohnmobil mitgeführt. Da Wohnmobile oft über eine Ausstattung (Frischwassertank, Abwassertank, Stromkapazität) verfügen, die sie bis zu 3 Tagen autark macht und Wohnmobilstellplätze meist nur für eine oder wenige Nächte angefahren werden, sind feste Anschlussmöglichkeiten für Ab- und Frischwasser an jeder einzelnen Stellfläche nicht unbedingt erforderlich. Zentrale Servicestationen sind häufig kostengünstiger und in der Nutzung komfortabler. Handelsübliche Servicestationen sind leicht zu installieren und bieten Möglichkeiten zur Versorgung mit Frischwasser, sowie zur Entsorgung von Abwasser. Sie bieten oftmals auch Anschlüsse zur Stromentnahme. Grundsätzlich müssen die Gäste aufgefordert werden, nur Sanitärzusätze in die Stellplatzkanalisation einzuleiten, die eine „Blauer-Engel"-Zertifizierung tragen und im Fachhandel flächendeckend erhältlich sind.

Abfallentsorgung
Für Reiseabfälle muss eine Entsorgung gemäß den gültigen Bestimmungen sichergestellt sein..